Ein Interview mit André Aulich, dem Experten für Mac OS X Server und Storage.

André Aulich ist unser Gast-Referent bei der Premierenveranstaltung von Xtalx.net.

Lesen Sie im folgenden Interview, was er u.a. zum Thema Mac OS X Server bei Unternehmen zu sagen hat samt einem Ausblick auf Leopard Server.

André Aulich

Xtalx.net: André, wir freuen uns, dass Du die xtalx.net-Reihe mit deinem Vortrag eröffnest. Kannst du uns ein wenig über dich und deinen Background erzählen und wie du zum Mac gekommen bist?

André Aulich: Hallo, Ilias. Erst einmal vielen Dank für die Einladung zur Premiere von Xtalx.net. Ich freue mich bereits sehr auf Euer Event.

Zum Mac bin ich 1994 gekommen, da mich die einfache Bedienung gegenüber Windows-Systemen überzeugt hatte. Seither hatte ich an der Uni und im Job auch immer wieder mit Windows- und Linux-Systemen zu tun, aber mein favorisiertes Betriebssystem ist und bleibt Mac OS X, da es neben dem UNIX-Fundament eben diese wunderbar einfache und attraktive Benutzeroberfläche zu bieten hat und sich zudem mit den verschiedensten Medieninhalten sehr gut zurecht findet.

Zu meinem Hintergrund: ich habe Jura studiert und arbeitete bereits während des Studiums als freier Berater für Windows-Netzwerke, mit Erscheinen von Mac OS X kamen dann auch endlich Mac-Systeme hinzu, vor allem Mac OS X Server-Systeme in heterogenen Netzwerken.

Meine erste Tätigkeit für Apple begann 1999 als Promotor. Dann half ich bei der Lokalisierung des Macintosh-Produktkatalogs ins Deutsche (http://guide.apple.com) und erstellte für Apple Europa die ersten europaweiten Mac OS X-Briefings für Händler.

2002 kam zufällig der Kontakt zum O'Reilly-Verlag zu stande, für den ich einige Mac-Bücher übersetzte (z.B. Mac OS X Panther Hacks), als Co-Autor mit erstellte (Mac OS X: Missing Manual, Tiger-Ausgabe) oder ganz alleine schrieb (Mac OS X Server 10.5 als Groupware-Server).

Heute berate ich vor allem Fernsehsender, Postproduktionsfirmen und Verlage, wie sie Apple Server- und Speichersysteme in ihre Infrastruktur integrieren und effektiv nutzen.

 

Xtalx.net: In der Mac-Szene bist Du besonders als Mac OS X Server Profi bekannt. Wie hat sich aus Deiner Sicht die generelle Akzeptanz für Mac OS X Server im Laufe der letzten Jahre bei den Unternehmen entwickelt? Gibt es da »typische« Unternehmen, die Apples Serverlösung favorisieren?

André Aulich: Wenn ich mir das Profil meiner Kunden anschaue, stelle ich eine stete Erweiterung des Kundenstamms in Enterprise-Umgebungen fest. Während bis zur Veröffentlichung von Mac OS X Server 10.3 vor allem Universitäten, Schulen und kleine Werbeagenturen mit Apple-Servern arbeiteten, gibt es heute immer mehr Softwarehersteller, Forschungseinrichtungen, Fernsehsender, Postproduktionsfirmen, Internet- Agenturen, Verlage und große Werbeunternehmen, die auf Apple-Server setzen.

 

Xtalx.net: Gilt das auch für den Einsatz von Mac OS X Server in heterogenen Umgebungen bei grösseren Unternehmen, vor allem in Verbindung mit einer ActiveDirectory-Infrastruktur?

André Aulich: Mittlerweile ist es kein Geheimnis mehr, dass sich Mac-Server in Active Directory-Umgebungen integrieren lassen und Mac OS X das am einfachsten in verschiedene Netzwerkumgebungen integrierbare System am Markt ist. Dies gilt für Mac OS X 10.5 noch mehr als für 10.4.

Während also immer mehr Enterprise-Funktionen des Servers hinzukommen, schafft es Apple gleichzeitig, die Bedienbarkeit des Systems immer weiter zu vereinfachen, so dass insbesondere auch kleine Umgebungen mit wenigen Mitarbeitern ein immer einfacher zu pflegendes System mit gleichzeitig wachsendem Funktionsreichtum erhalten. Besonders Mac OS X Server 10.5, Xsan 2.0 und Final Cut Server haben die einfache Bedienung zum Ziel.

 

Xtalx.net: Seit einiger Zeit konzentrierst Du Dich auf den Bereich Server- und Storage-Lösungen im Video- und Postproduktionsumfeld auf Basis von Mac OS X Server, Xsan und Final Cut Studio. Wie hat sich die Apple-Plattform in diesem Sektor inzwischen etabliert und worin siehst Du die wesentlichen Vorteile für die Studios?

André Aulich:
Ursprünglich interessierten sich meine Kunden vor allem für Apple-Lösungen, weil sie deutlich preiswerter in der Anschaffung sind als andere etablierte Systeme, so dass viele Kunden eigentlich die Funktionalität z.B eines Avid-Systems zu einem günstigeren Preis wollten. Nach einigen Jahren Entwicklung hat Apple allerdings sowohl Final Cut Studio als auch Mac OS X Server und Xsan soweit vorangetrieben, dass viele Kunden wegen der Funktionalität auf Apple setzen, wobei der Preis der Lösungen immer noch deutlich günstiger ist als für andere Lösungen.

Darüber hinaus gehört es zu Apples Philosophie, ein sehr offenes System anzubieten, wodurch alle Inhalte an beliebige andere Systeme übergeben werden können. Andere Hersteller verlangen für solche Funktionen viel Geld oder erlauben die Weitergabe nur über Umwege.

Mittlerweile hat sich Apple in der Bewegtbildbranche auf jeden Fall als einer der wichtigen Player etabliert, was auch durch die soeben erfolgte Veröffentlichung von Final Cut Server nochmals deutlich wird.

 

Xtalx.net: Wird die Kombination von Xserve-, Xsan- und Xserve-, bzw. Promise-RAID-Systemen auch ausserhalb des Postproduktionsumfelds genutzt?

André Aulich: Ja. Ich kenne Systeme in der Forschung, in Verlagen und in klassischen Werbeagenturen, wobei in der Werbung gerade die interessante Entwicklung zu beobachten ist, dass immer mehr klassische Werbeagenturen auch Postproduktionsarbeitsplätze einführen, so dass allein aus diesem Grund wohl immer mehr Xsan-Systeme in die Werbebranche Einzug halten werden.

Jedoch zielt Xsan vor allem auf Kunden in der Videobearbeitung, so dass dies sicherlich den Schwerpunkt darstellt.

 

Xtalx.net: Mac OS X als Unix-basiertes System mit einer grossen Anzahl von Open Source Komponenten hat es ermöglicht, dass sehr viele Anwendungen aus der Welt der freien Software sowie Unix/Linux nun auch auf dem Mac laufen - oder gar darauf entwickelt werden. 2006 kam noch der Intel-Umstieg dazu und inwischen läuft auch Windows nativ auf dem Mac. Hat das alles aus Deiner Sicht den Mac auch als alternative "Business Computing Plattform" in den Unternehmen etabliert oder herrscht hier noch Aufklärungsbedarf?

André Aulich: Der Mac ist für Business-Anwendungen heute geeigneter als er es jemals war, und das nimmt der Markt auch genau so war.

Viele Unternehmen setzen heute auf Open Office oder NeoOffice auf der Mac-Plattform als klassisches Office-Programm, da sie zum einen die Lizenzgebühren für MS Office scheuen und zum anderen die einfache Bedienbarkeit und Stabilität des Macs schätzen.

Andere Firmen kaufen Apple MacBook Pros vor allem aus Design-Gründen, installieren darauf aber Windows, weil es in der vorhandenen IT-Infrastruktur verwendet wird. Interessanterweise installieren viele dieser Anwender später jedoch Mac OS X, da sie über die reine Hardware irgendwann die komplette Apple-Idee kennen lernen wollen.

Bei Entwicklern und Beratern ist Mac OS X insgesamt sehr beliebt, was man auf jeder Open Source-Konferenz leicht feststellen kann, weil man auf einer einzigen Maschine Code für die verschiedensten Plattformen testen kann, insbesondere, wenn man Parallels oder eine andere Virtualisierungsumgebung einsetzt.

 

Xtalx.net: Kannst Du also beobachten, dass Unternehmen aller Couleur vermehrt auf Macs umsteigen oder sich zumindest intensiv dafür interessieren?

André Aulich: Bei Windows-basierten Firmen fällt auf, dass immer mehr Nutzer die Gesamtkosten für ihr System senken wollen. Viele Kunden sehen in der Abschaffung der Client-Lizenzkosten eine geeignete Möglichkeit zur Kostenreduktion, und damit werden dann meist als erstes der Windows 2003-Server sowie Exchange auf den Prüfstand gestellt.

Ich habe sogar Kunden, die in einer reinen Windows-Umgebung Mac OS X Server einsetzen, da es nicht so anfällig für Viren wie die Windows-Plattform ist.

 

Xtalx.net: Gerade in einem professionellen IT-Umfeld ist eine hohe Service-Verfügbarkeit wichtig. Wie sieht es hier im Apple-Bereich aus? Gibt es genug Dienstleister hierzulande, die Apples Serverlösungen in dem nötigen Umfang supporten können?

André Aulich: Einer der wichtigsten Gründe für die Zunahme der Akzeptanz im Enterprise- Bereich scheint mir zu sein, dass der Support in unternehmenskritischen Bereichen immer besser wird.

Apple selbst hat dafür die Apple Professional Services sowie speziell auf Unternehmen zugeschnittene AppleCare-Pakete ins Service-Portfolio aufgenommen, aber auch andere Anbieter sorgen als 24/7-Remote-Management-Dienstleister für einen professionellen Support unternehmenskritischer Anwendungen.

 

Xtalx.net: Gibt es noch weitere Faktoren, die die Verbreitung von Mac OS X Server begünstigen?

André Aulich: Die Kombination Mac OS X Server/Mac OS X sorgt natürlich selbst für die zunehmende Verbreitung in Unternehmen - was einfach an der unglaublichen Funktionalität und Bedienbarkeit der Apple-Lösungen liegt.

In diesem Zusammenspiel lassen sich z.B. auf Knopfdruck hunderte von Mac-Rechnern installieren, Benutzer können sich auf beliebigen Maschinen im Netzwerk anmelden und finden sofort ihre vertraute Arbeitsumgebung vor, unternehmensweite Blogs können auf Knopfdruck eingerichtet werden, auch verschlüsselte Text-, Audio- und Videokonferenzen sind extrem einfach zu realisieren, und, und, und.

 

Xtalx.net: Wie siehst Du generell Mac OS X/Server im Vergleich zu Windows und Linux positioniert? Gibt es besondere Stärken?

André Aulich: Die Mac-Plattform bietet eine wesentlich bessere Medienunterstützung als Linux-Systeme, außerdem sind die grafischen Interfaces in der Open Source-Szene oft noch uneffektiv und nicht wirklich schön anzusehen. Zwar gibt es in dieser Hinsicht große Fortschritte zu verzeichnen, aber in Sachen Interfaces macht Apple einfach keiner was vor.

Im Vergleich zu Windows gilt zu berücksichtigen, dass es Apple die letzten Jahre unter anderem gelungen ist, verschiedene Enterprise- Funktionalitäten in die eigenen Systeme zu integrieren. Dadurch haben die Macs nun die Unterstützung für alle relevanten Verzeichnisdienste ebenso bekommen wie mobile Homeverzeichnisse oder umfassende SMB-Unterstützung.

Mac OS X Server muss sich von der Funktionalität her also nicht vor Windows-Servern verstecken und kann sich alleine schon aus Kostengründen gegenüber Microsoft profilieren. Während Microsoft-Server mit zunehmender Benutzerzahl weitere Kosten durch zusätzliche Benutzerlizenzen mit sich bringen, kostet Mac OS X Server in der unlimited-Version immer das gleiche – je mehr Benutzer man unterstützen möchte, desto günstiger wird die Apple-Lösung also im Vergleich.

 

Xtalx.net: Die günstigen Lizenzkosten liegen sicherlich auch in Apples Schachzug begründet, zahlreiche Open Source Technologien zu integrieren. Dies hat aus der Sicht vieler Beobachter massgeblich zur Popularität von Mac OS X/Server beigetragen. Worin liegt hier eigentlich Apples Leistung genau? Man könnte ja auch ein rein Open Source basiertes System wie Linux nutzen ...

André Aulich: Apple übernimmt vorhandene Open Source-Applikationen nicht einfach eins zu eins, sondern arbeitet aktiv an der Verbesserung des Codes, der dann auch an die Community zurückgegeben wird. Zahlreiche Optimierungen im Apache-Webserver stammen beispielsweise von Apple.

Darüber hinaus gestaltet Apple eigene Interfaces, die die Bedienung dieser Komponenten extrem einfach machen. Zum Beispiel gibt es keine einfachere Lösung zur Einrichtung eines Verzeichnis-Servers mit einem Kennwort-Server, Kerberos und einem BerkelyDB-basierenden LDAP-Server. Gleiches gilt für Apple iCal Server, der mit einem einzigen Knopfdruck eingerichtet ist, während die Open Source-Varianten stets aufwändiger in der Einrichtung sind.

Durch die einfache Bedienbarkeit sinkt überdies auch wieder die TCO (Total Cost of Ownership, die Red.), da der Schulungsaufwand für das Personal geringer ist.

 

Xtalx.net: Und welche Defizite siehst Du noch bei Mac OS X Server?

André Aulich: Man kann jede Software immer verbessern, weil sich die Anforderungen der Benutzer stetig weiterentwickeln. Mac OS X Server deckt die Anforderungen fast aller Anwender perfekt ab, lässt aber für speziellere Themen noch Raum für Dritthersteller. So ist der neue iCal-Server in sich geschlossen sicherlich eine der elegantesten Terminplanungslösungen für iCal-Anwender, jedoch unterstützen noch nicht viele andere Clients den neuen CalDAV-Standard in derselben Tiefe wie iCal (was nicht an Apple sondern an den Drittherstellern liegt), so dass andere Produkte wie Kerio, Communigate Pro oder Zimbra, die sowohl CalDAV als auch andere Protokolle sprechen, eine bessere Schnittstelle zwischen Outlook- und iCal-Clients darstellen.

Aber dies ist m.E. kein Defizit von Mac OS X Server, sondern eine progressive Entscheidung für einen Standard, der sich gerade bei allen größeren Herstellern etabliert, so dass in einiger Zeit auch andere Clients als iCal, wie z.B. Mozilla Lightning und Sunbird mit dem Apple iCal-Server nahtlos zusammenarbeiten werden.

 

Xtalx.net: Apropos Leopard: Diese neue Version von Mac OS X Server ist seit ca. einem halben Jahr auf dem Markt. In welche generelle Richtung geht Deiner Meinung nach Apple mit seinem Serverbetriebssystem? Gibt es "Killer-Features", die zum Upgrade oder einem Wechsel bewegen?

André Aulich: Zum einen erweitert Apple das, was schon in Tiger Server vorhanden ist, um sinnvolle Funktionen. Darüber hinaus wird die Administration ebenso wie die Bedienung seitens der Anwender noch einmal deutlich vereinfacht.

Der eigentliche Clou sind jedoch die neuen Funktionen vor allem im Bereich der Arbeitsgruppen-Kommunikation, also gemeinsames, plattformübergreifendes Nutzen von Kalendern, gemeinsame Adressbücher und endlich mal eine Wiki-Engine am Markt, die ein attraktives Design zu bieten hat, Drag & Drop unterstützt und ohne HTML-Tags oder eine eigene Wiki-Syntax zurecht kommt.

Es gibt zahlreiche Verbesserungen im Umgang mit Active Directories, einen automatischen Backup-Mechanismus, der außerdem auch noch toll aussieht, sowie vieles mehr.

 

Xtalx.net: Und wie siehst Du die Akzeptanz von Leopard Server am Markt nach den ersten Monaten?

André Aulich: Seit 10.5.2 werden in allen Branchen Leopard-Systeme eingerichtet. Mein Eindruck ist, dass die Systeme sobald sie fertig eingerichtet sind problemlos laufen. Dies gilt für Xsan-Systeme genau wie Mailserver, iCal-Server, Verzeichnisdienste und vieles mehr.

 

Xtalx.net: Dein Vortrag auf der Xtalx.net-Premiere dreht sich um »Mac OS X Server 10.5 als Groupware-Server« auf Basis der umfangreichen Bordmittel. Wie ziehst du den Vergleich zu anderen etablierten Kommunikations- und Groupwarelösungen wie Kerio Mail Server, Exchange, Zimbra, etc?

André Aulich: Kerio ist ein besonders einfach zu benutzender Mailserver, der vor allem auch gemeinsame Kalender sowie Windows-Clients umfassend unterstützt. Wenn man nicht viel nachdenken will, um seinen Mailserver zu betreiben, ist dies eine der besten Lösungen.

Exchange ist häufig das Maß, an dem sich andere Systeme messen lassen müssen, obwohl es relativ teuer ist und meines Erachtens auch keine besonderen Features mit sich bringt, die andere Lösungen nicht auch böten. Außerdem läuft es nicht mal auf Mac OS X Server...

Zimbra ist sicherlich eine der interessantesten Lösungen am Markt, weil es sich mit einem leistungsstarken Ajax-Interface wie eine lokale Applikation anfühlt und zahlreiche lokale Applikationen triggern kann. So können Rechnungsnummern externer Buchungssysteme erkannt und in den zugehörigen Programmen geöffnet werden. Das gleiche gilt für Telefonnummern, die z.B. mit Skype angerufen werden können.

Soll es richtig professionell werden, ist Communigate Pro die richtige Wahl, das ein Flash-Interface bietet und sich ebenfalls wie eine lokale Applikation verhält. Communigate Pro lässt sich beliebig skalieren, clustern und ausfallsicher gestalten, außerdem integriert es gleich eine komplette Telefonfunktionalität.

Alle genannten Lösungen sollten durch die Unterstützung von ActiveSync eigentlich auch in der Lage sein, die nächste iPhone-Firmware, die Steve Jobs angekündigt hat, zu unterstützen, so dass man unterwegs Zugriff auf aktuelle Adressen und Kalender erhält ohne sein MacBook Pro einschalten zu müssen.

Mac OS X Server basiert auf Open Source-Tools, die frei konfigurierbar sind und teilweise auch den anderen genannten System zugrunde liegen. Im Verhältnis zu Kerio ist der in Mac OS X Server enthaltene Mailserver schwieriger zu konfigurieren, bietet andererseits aber auch noch mehr Möglichkeiten, da jeder einzelne Dienst komplett frei zu konfigurieren ist.

Meines Erachtens sollte man einmal die Hintergründe eines Mailservers verstanden haben, um im Notfall wirklich auch Fehler beheben zu können.

Andererseits, wenn man den in Mac OS X Server enthaltenen Web- und Mailserver richtig konfiguriert, hat man die gleiche Funktionalität wie Kerio oder Zimbra, ohne jedoch die zusätzlichen Lizenzkosten tragen zu müssen.

Details dazu wird dann natürlich der Vortrag behandeln.

 

Xtalx.net: Wie schätzt du den Bedarf an Systemadministratoren mit Mac OS X-Kenntnissen ein? Welche Bandbreite an Know-how wird heute erwartet und welche Tipps kannst Du den Kollegen und dem Nachwuchs geben?

André Aulich: Der Einsatz von Mac OS X und Mac OS X Server wird immer einfacher. Dies betrifft vor allem Standardinstallationen, so dass der Bedarf an Administratoren mit Einsteigerwissen immer mehr nachlassen wird. Einfache Dinge erledigen die Anwender lieber selbst.

Da Mac OS X und Mac OS X Server aber verstärkt in heterogenen Netzwerken mit Verzeichnisdiensten, SANs und allen möglichen anderen Enterprise-Diensten eingesetzt werden, wird der Bedarf an IT-Personal mit breiter Kenntnis von Netzwerkinfrastrukturen und vor allem mit UNIX-Erfahrung immer größer.

Ich kann empfehlen, alles zu den Themen DNS, TCP/IP, LDAP, Kerberos, Mac OS X, Mac OS X Server, Samba, bash und Perl zu lesen. Außerdem sollte man ein Testsystem haben, um alles selbst ausprobieren zu können.

Wer nicht so viel Zeit hat, alles selbst zu lesen und auszuprobieren, sollte alternativ eine entsprechende Schulung buchen und sich bei Apple zertifizieren lassen, was auch bei potentiellen Arbeitgebern oder Kunden gut ankommt.

 

Xtalx.net: André, vielen Dank für das Interview!

(Das Interview führte Ilias Vassiliou von OSXpert.net)

 

 

Externe Links:
André Aulichs Website mit Artikeln rund um Mac OS X Server und Xsan:
http://www.andre-aulich.de

Informationen zu Mac OS X Server 10.5 (Leopard) bei Apple:
http://www.apple.com/de/server/macosx/leopard/